Reactable Mobile – Zu Tisch, bitte!

Der Reactable wurde 2003 von vier Personen (Sergi Jordà, Günter Geiger, Martin Kaltenbrunner und Marcos Alonso) ins Leben gerufen und erstaunte ab den ersten öffentlichen Vorführungen die Musikwelt. Nun ist dieser innovative Klangerzeuger mit 6.100 € aber nicht gerade günstig und deswegen bin ich froh dass mittlerweile schon seit einiger Zeit eine App für mobile Geräte verfügbar ist. Da ich damals von diesem neuen Konzept des elektro­akus­tisches Musik­instru­ments mit dem neuartigen Tan­gible User Inter­face (TUI) sehr angetan war, habe ich mir vor kurzem die Software Reactable Mobile für mein Android-Smartphone zugelegt. (Wer übrigens mehr über die Funktionsweise des echten Reactable wissen möchte, dem empfehle ich diesen Link: reactable:Funktionsweise)

Reactable Mobile

Reactable Mobile

Getestet habe ich die App in der Version 2.2.0 auf einem Samsung Galaxy S3. Gleich vorne weg muss man dazu sagen dass die mobile Version aus technischen Gründen natürlich nicht den gleichen Umfang bietet wie das reale Instrument.

Startet man die App das erste Mal, hat man einen leeren runden blauen „Tisch“ mit einem weißen pulsierenden Punkt in der Mitte vor sich. Wie schon bei dem echten Reactable legt man nun einzelne Blöcke (siehe untere Leiste im Bild), die mit verschiedenen Funktionen belegt sind, auf der blauen Fläche ab und ordnet diese so an dass sie sich wie gewünscht verbinden. Im Zentrum (weisser Punkt) laufen alle Linien der Blöcke zusammen. Per Fingerwisch über die Linie eines Blocks zum Zentrum, lässt sich dieser stummschalten (siehe Bild 2, die gestrichelten Linien sind durchtrennt worden).

Reactable Mobile Startbildschirm

Bild 1: Reactable Mobile Startbildschirm

Beispiel eines "gedeckten" Tischs

Bild 2: Beispiel eines „gedeckten“ Tisches

Was gibt es für Blockarten in Reactable Mobile?

  • Ein Set mit Objekten um Sound zu erzeugen/wiederzugeben:
    • 4 Loop Player, mit der Möglichkeit eigenen Loops zu importieren,
    • 2 Sampleplayer, mit einer großen Anzahl von Samples und eigener Einstellungsmöglichkeit für die Hüllkurve,
    • 2 Oszillatoren mit 4 Wellenformen (Sinus, Sägezahn, Rechteck und Noise)
    • einen Input, um direkt mit dem Mikrofon des Handys Sounds live wiederzugeben.
  • Ein Set mit Effekten um den Sound zu modifizieren:
    • einen WaveShaper: mit jeweils Distortion-, Kompression- oder Resampling-Effekt,
    • 2 Delays: mit jeweils Reverb-, Feedback- oder Ping-Pong-Funktonalität,
    • einen Modulator: mit jeweils Ring Modulation-, Chorus- oder Flanger-Effekt,
    • 2 Filter: mit den Einstellungsmöglichkeiten Lowpass, Highpass oder Bandpass.

    Alle Effekte haben zudem ein XY-Pad um per Finger die Parameter zu regeln:

XY-Pad

Bild 3: XY-Pad eines Effekts

  • Ein Set mit Objekten um andere Objekte noch weiter zu modifizieren:
    • 2 Sequenzer, mit Step-by-Step, Matrix, oder Zufallsmodi,
    • einen LFO, mit verschiedenen Wellenformen,
    • einen Beschleunigungssensor, reagiert auf Bewegung des Smartphones (ist aber buggy da die automatische Displayausrichtung dadurch deaktiviert wird und etwas unnütz, da ich keinen Bock habe dauernd mein Gerät zu schütteln :-)).
  • Ein Set mit globalen Objekten um die Einstellungen des gesamten Tisches zu modifizieren:
    • Tempo, um die Abspielgeschwindigkeit des Tisches, also das Songtempo, einzustellen,
    • Volume, zur Lautstärkeregelung,
    • Tonalizer, um die Harmonie der Melodie zu ändern.

Soviel also zu den einzelnen Blockarten. Doch wie arbeitet man nun mit diesem extravaganten Instrument? Nun, ich will darüber gar nicht viele Worte verlieren, denn es gibt vom Reactable-Team schon sehr anschauliche und gut gemachte Videos. Deswegen folgen jetzt auch ein paar von diesen, um die Arbeitsweise zu zeigen:

Und so sieht dann ein fertiger Song aus (Hier wurde natürlich vor dem Video schon einiges vorbereitet, um schnell auf die Loops oder die benötigten eingestellten Parameter zurückgreifen zu können.):

Ein sehr tolles Feature ist die Reactable Community. Hier kann man Videos anschauen, Titel anhören oder Tische von anderen Künstlern downloaden und sich inspirieren lassen. Die Community lässt sich direkt über die App aufrufen hat aber auch eine eigene Website: Reactable Community

Fazit:

Wer gerne auf seinem mobilen Gerät auf hohen Niveau und auf eine etwas andere Art und Weise Tracks bauen will, ist mit Reactable Mobile gut bedient. Allerdings ist eine etwas längere Einarbeitungszeit notwendig, um mit dem Programm gute Resultate zu erzielen. Auf Geräten mit kleineren Displays (z.B. Smartphones) ist die Bedienung zuweilen etwas fummelig und nervig, auf einem Tablet dagegen ist die Bedienung wesentlich benutzerfreundlicher.

Reactable ist für Android und für iOS erhältlich und kostet ca. 8 €.

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Veröffentlicht am 21. Oktober 2013 in Allgemein, Mobil und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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