Sugar Bytes Egoist – groovt nicht nur für sich selbst!

Während andere Softwareschmieden jährlich einen neuen Nullachtfünfzehn-Synthesizer auf den Markt bringen und man oft merkt dass Innovation und Einfallsreichtum bei der Entwicklung auf der Strecke blieben, ist es für das Team von Sugar Bytes anscheinend kein Problem immer wieder mit neuen Ideen und äußerst kreativen Produkten die Musikproduktions-Szene positiv aufzumischen. So ist auch das neueste Werk des Berliner Softwarestudios ein wahrer Lichtblick für alle denen das Rumgeschraube an ihrem 1000. Softwaresynthie so langsam auf den Keks geht. Egoist heißt das neueste Plugin aus dem Hause Sugar Bytes und was dahinter steckt erfahrt ihr nun in meinem Review.

Der Egoist von Sugar Bytes

Der Egoist von Sugar Bytes

Installation

Die Installation besteht im wesentlichen aus zwei Schritten, als erstes wird das Plugin und die Standalone-Version nach Eingabe eurer Seriennummer installiert und anschließend die Egoist Library, die nach dem Installieren ca. 800MB auf eurer Festplatte in Anspruch nimmt. Während des Setups des Hauptprogramms könnt ihr noch auswählen welche Versionen ihr installieren wollt. Die Auswahl besteht aus: VST 32- und 64bit Plugin, RTAS Plugin (Pro Tools) und AAX Plugin (Pro Tools 10.3.5+).

Die Benutzeroberfläche

Nachdem der Egoist nun erfolgreich auf eurem System entfesselt wurde, könnt ihr auch gleich loslegen. Nur wie funktioniert dieses mächtige Programm denn überhaupt? Zunächst sei gesagt dass der Egoist aus vier unterschiedlichen Bereichen besteht: Egoist (Settings), Effects, Bass / Beat und Slicer.

Der Bereich Egoist (Settings) zeigt nicht nur die validierte Seriennummer oder die Namen des aktuellen Sugar Bytes Teams, hier können zudem noch einige nützliche Einstellungen wie z.B. die Regelung der nachträglichen Tonhöhenkorrektur für den Slicer, den Bass oder den Masterausgang (Bass und Slicer zusammen) vorgenommen werden. Sehr schön ist auch die Einstellung Max Out, ein Maximierer der das Ausgangssignal fetter macht und die Lautstärke auf 0dB anhebt und begrenzt. Zudem finden sich hier auch einige nützliche Midi-Parameter-Einstellungsmöglichkeiten.

Der Egoist-Einstellungsbereich

Der Egoist-Bereich mit nützlichen Einstellungen

Das Herzstück des Egoist ist aber sicherlich der Slicer. Hier kann man unglaublich kreativ werden. Um sofort loszustarten bietet der Egoist ab Werk schon sehr viele Voreinstellungen aus denen man wählen kann. Richtig interessant wird es aber erst wenn man eigene Sound-Schnipsel lädt und diese durch den „Slicewolf“ dreht. Die Erkennung der einzelnen Unterteilungen geschieht anhand der Transienten in dem jeweiligen Soundfile, diese Unterteilungen, die Slices, können dann nach belieben um arrangiert werden, um so ganz neue Grooves aus einem vorhandenen zu erstellen.

Der Slicer

Der Slicer, das Herzstück des Egoist

Die einzelnen Unterteilungen werden über Regler ausgewählt. Will ich z.B. den 10. Slice abspielen lassen, stelle ich den Regler auf Stufe 10, will ich den 2. Slice, dann stelle ich den jeweiligen Regler auf Stufe 2, usw. Nach und nach kann man sich so jedes beliebige Soundfile neu zusammensetzen lassen und ziemlich coole neue Rhythmen erstellen. Einzelne Slices lassen sich nach Belieben deaktivieren oder rückwärts wiedergeben und auch die Abspielrichtung lässt sich definieren. Hier kann man wählen zwischen vorwärts, rückwärts, Ping-Pong (vorwärts –rückwärts) und zufällig.

Was auch sehr toll ist, bei jedem Slice lässt sich die Amplitude mittels der Parameter Attack, Decay und Level (Lautstärke) anpassen und es lassen sich auch alle Slices zusammen und/oder jeder Slice individuell pitchen.

Kommen wir nun zum Bass/Beat-Bereich. Optional lässt sich hier zum neu erstellten Groove im Slicer, eine Bass-Spur oder ein Beat unterlegen. Beides lässt sich wieder sehr schön in einem Sequenzer arrangieren.

Der Synthesizer der den Bass erzeugt, bietet hierfür drei Low-Pass Filter (030, Moog und MS-20) an. Auch die sonst typischen Einstellungsmöglichkeiten wie z.B. Cutoff, Resonanz, Drive sowie die Auswahl zwischen zwei Wellenformen (Rechteck und Sägezahn) sind vorhanden. Zudem lassen sich Bassnoten in vier verschiedenen Notenlängen sowie als Glide-Noten im Sequenzer einfügen.

Bass und Beats

Bass und Beats

Eine Besonderheit bei den Basseinstellungen ist die Source-Auswahl. Hier wird eingestellt wie der Cutoff moduliert wird. Entweder per Hüllkurve oder per LFO. Passend dazu verändert sich auch der Regler rechts neben dem Modulation Amount-Fader.

Hier moduliert der LFO den Cutoff...

Hier moduliert der LFO den Cutoff…

...und hier nun die Hüllkurve

…und hier nun die Hüllkurve

Wenn wir passend zu unserer Bassline und unserem Slicer-Groove noch einen Beat erstellen wollen, müssen wir uns der unteren drei Reihen des Sequenzers bedienen. Hier kann man für die einzelnen Steps Samples aus 15 verschiedenen Drumkits mit jeweils 32 Sets auswählen. Zur Verfügung stehen jeweils Kickdrum-, Snaredrum-, Open-Hihat und Closed-Hihat-Sounds die per Klick an die gewünschte Stelle eingesetzt werden und die auch noch in der Lautstärke und Tonhöhe, mittels eigener Regler, konfiguriert werden können. Ein weiterer Klick auf das Drum-Sample im Sequenzer verändert die Anschlagsstärke.

Die verschiedenen Kits im Egoist

Die verschiedenen Drum-Kits im Egoist

Um dem ganzen jetzt noch den letzten Schliff zu verleihen bietet der Egoist noch eine sehr schöne Effects-Sektion mit sieben Effekten (Filter, Delay, Reverb, LO-FI, Chorus, Tape Stop & Looper) an. Die Effekte lassen sich einfach per Drag und Drop mit der Maus im jeweiligen Effekt oder mit den dazugehörigen Reglern an der Seite einstellen. Genauso wie in den anderen Bereichen Slicer und Bass/Beat gibt es auch im Effekte-Bereich einen Sequenzer in dem man sich ein Pattern nach Wunsch erstellen kann.

Die Effekte in Egoist

Die Effekte in Egoist

Um die Effekte zu aktivieren muss man den entsprechenden Button oben in der Kopfleiste anklicken. Und siehe da! Welch lustiges Farbenspiel uns da entgegenleuchtet 🙂

Effekte aktiv!

Effekte aktiv!

Fazit:

Ich bin mal wieder von den Socken! Was hat das Sugar Bytes Team da für ein tolles Programm abgeliefert. Schon lange bin ich auf der Suche nach einem Plugin das innovativ ist, das mich inspiriert und nicht nach einer Stunde langweilt. Der Markt wird aktuell überschwemmt mit Plugins und leider ist 90% Prozent davon Schrott und Kopie. Der Egoist hingegen ist sehr frisch und überraschend anders. Einfache Bedienung, unglaublich viele Möglichkeiten, optisch sehr ansprechend und man kann stundenlang tolle Resultate damit erzielen. Uneingeschränkte Kaufempfehlung von meiner Seite!

Link:

Sugar Bytes Egoist

Videos:

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Veröffentlicht am 11. Juli 2014 in Allgemein, Plugin, VST und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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