Sugar Bytes Obscurium – Verdächtig gut!

Das Sugar Bytes-Team hat das Sommerloch genutzt, um es mit einem neuen innovativen Plug-in zu füllen. Hierbei handelt es sich um Obscurium, einen sogenannten generativen Synthesizer. Schaffen es Sugar Bytes mit diesem Stück Software, die Musikerherzen höher schlagen zu lassen? Wir wollen einmal einige Features näher betrachten.

Obscurium Hauptfenster

Obscurium Hauptfenster

Der erste Eindruck

Betrachtet man zum ersten Mal die Oberfläche des Obscurium fällt einem sofort auf, das typische Merkmale wie Oszillatoren, Filter- oder ADSR-Regler fehlen. Ins Auge stechen einem die große Step-Sequenzer-Matrix und darüber sechs große Schaltflächen: Clock, Pitch, Amp Env, Mods, Sound und General. Eventuell fühlt man sich am Anfang etwas erschlagen von den vielen Schaltern und Reglern, sowie den bunten Farben. Das legt sich jedoch sobald man das Prinzip des Soft-Synths verstanden und etwas damit gearbeitet hat.

Los geht’s

Stürzen wir uns als Erstes auf den Sequenzer, das Herzstück des Obscurium. Was auf den ersten Blick wegen der vielen bunten Lichter als etwas verwirrend erscheint, entpuppt sich auf den zweiten Blick einfach als Step Sequenzer mit 32 Schritten. Die Farben stehen dabei für einen bestimmten Parameter. Auf der rechten Seite des Fensters befindet sich eine Übersicht der einstellbaren Parameter zur Auswahl. Jeder Parameter hat zudem noch vier zusätzlich konfigurierbare Optionen: Envelope, LFO, Min und Max. Min und Max definieren die Lautstärke eines Parameters.

Die Parameter-Leiste

Die Parameter-Leiste

Unten links im Fenster befinden sich drei sehr wichtige Schaltflächen, mit denen sich die Parameter im Step-Sequenzer bearbeiten lassen: Draw Tools, Modifiers und Superobscure.

Draw Tools

Draw Tools

Bei den Draw Tools handelt es sich, wie der Name schon sagt, um Zeichenwerkzeuge mit denen man die farbigen Lichtpunkte im Sequenzer einzeichnen kann. Hierbei stehen vier verschiedene Möglichkeiten der Bearbeitung zur Verfügung. Es gibt unter anderem die Möglichkeit mehrere Punkte, die Punkte einzeln oder eine Linie aus Punkten auf einmal einzuzeichnen. Man kann auch per Zufallsprinzip die Punkte setzen zu lassen. Außerdem gibt es noch ein nettes Feature mit dem man die Punkte direkt als Sinuswelle einzeichnen kann.

Im Bereich Modifiers kann man die vertikalen Punktereihen in der Sequenzer-Matrix bearbeiten. Man kann sie zum Beispiel als Ganzes nach oben oder unten verschieben, oder man kann die Punkte durchtauschen.

Falls es an manchen Tagen mit der eigenen Kreativität nicht so gut läuft, kann man auf den SuperObscure-Modus zurückgreifen. In diesem Modus werden zufällige Sequenzen erstellt, die man als Grundlage für eigene Ideen hernehmen oder einfach so fix und fertig verwenden kann.

Das Morphing, das es in allen drei Sektionen gibt, ist auch eine sehr coole Sache. Die Sequenzer-Ansichten sind aufgeteilt in A und B, das bedeutet man kann zum Beispiel die Parameter in Ansicht A ganz anders wie in Ansicht B definieren und dann zwischen ihnen hin und her wechseln um so einen ganz irren Sound oder Übergang zu erzeugen.

Kommen wir als nächstes zu den Tabs Clock, Pitch, Amp Env, Mods, Sound und General, die sich über dem Sequenzer befinden. In diesen sechs Tabs findet man Einstellungsmöglichkeiten zu Geschwindigkeit, Swing, Abspielrichtung des Sequenzers (Tab: Clock), Tonhöhe, Akkorden, Tonleitern (Tab: Pitch), Arpeggiator & MIDI Kurveneinstellung (Tab: Amp Env), AHR-Kurve, LFO Geschwindigkeit (Tab: Mods), Einstellungen für den Analogen und den FM Oszillator, Stereoeinstellung, drei Effekte (Chorus, Delay, Reverb), Plugin Hosting (Tab: Sound), MIDI CC Zuweisung, Master Tune, Pitch Bend, uvm. (Tab: General).

Ein herausstechendes Feature, das ich auch noch kurz erwähnen will, ist die Einbindung von anderen virtuellen Instrumenten (Plugin Hosting). Falls die 400 mitgelieferten Presets nicht ausreichen, können externe virtuelle Instrumente im Obscurium mittels der integrierten VST-Plug-in-Schnittstelle genutzt werden und das Klangspektrum noch um ein vielfaches erweitern. Hierbei arbeitet der Synthesizer als Host und kann die Daten aus einer Sequenz an das extern eingebundene Instrument weiterleiten. Da das externe Instrument natürlich anders als der Obscurium aufgebaut ist, müssen die Parameter des Obscurium den Reglern oder Schaltern des externen Instruments mit einer Art MIDI-Learn-Funktion erst zugewiesen werden.

Plugin Hosting

Plugin Hosting

Der Obscurium von Sugar Bytes ist für Windows und Mac für 99 Euro erhältlich. Zum Testen gibt es auch eine Demo-Version. Die gängigsten Plugin-Fomate VST, AU, RTAS und AAX werden sowohl in 32 und in 64 Bit unterstützt, somit kann der Obscurium in den meisten DAW-Umgebungen genutzt werden.

Fazit

Der Obscurium hat mir gut gefallen. Er ist ein sehr mächtiger Synthesizer mit sehr vielen Möglichkeiten und es lassen sich sehr fremdartige, ausgefallene Sounds erzeugen. Die Einarbeitung dauert etwas länger als bei gewohnten Brot-und-Butter-Synths, es lohnt sich aber wirklich. Denn wenn man einmal etwas Erfahrung hat, lassen sich sehr schnell, lebendige und abgefahrene Sequenzen erstellen.

Obscurium bei Sugar Bytes: Obscurium

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Veröffentlicht am 12. Oktober 2015 in Synthesizer, VST und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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